Bett mit Bettkasten oder Schubladen: Welche Stauraumlösung ist im Alltag praktischer?

Wer in einer Wiener Altbauwohnung, einer Grazer Neubauwohnung oder einem Einfamilienhaus im Mühlviertel lebt, kennt das Problem: Der Kasten ist voll, der Keller zu feucht und das Abstellkabinett längst belegt. Ein Bett mit Stauraum nutzt den Platz, der sonst ungenutzt bleibt – die Fläche unter der Matratze. Bei einem Doppelbett sind das schnell mehrere Hundert Liter.
Doch welche Variante passt zu Ihnen? In diesem Ratgeber vergleichen wir Bettkasten und Bettschubladen so, wie Sie sie im Alltag tatsächlich nutzen: beim Bettwäschewechsel, beim Staubsaugen, beim schnellen Griff nach der Wolldecke. Dazu finden Sie konkrete Empfehlungen für jede gängige Größe von 90x200 bis 200x200.
Das Wichtigste in Kürze
- Bettkasten = maximales Volumen, Zugang über die hochklappbare Liegefläche, ideal für saisonale Dinge.
- Schubladen = schneller Zugriff ohne Matratze anzuheben, ideal für Alltagsgegenstände – benötigt aber Platz vor dem Bett.
- Bei Betten ab 160x200 lohnt sich ein Bettkasten besonders, weil das Volumen stark mit der Fläche wächst.
- Bei schmalen Betten (90x200, 120x200) an der Wand sind seitliche Schubladen oft die bequemere Lösung.
- Achten Sie beim Bettkasten auf Gasdruckfedern, die zum Matratzengewicht passen, und auf eine gute Belüftung der Matratze.
Was ist ein Bettkasten – und wie funktioniert er?
Ein Bettkasten ist ein geschlossener Stauraum, der sich direkt unter der Liegefläche befindet und meist die gesamte Bettfläche einnimmt. Der Zugang erfolgt in der Regel über einen hochklappbaren Lattenrost, der von Gasdruckfedern (oft auch „Hydraulik" genannt) unterstützt wird. Sie heben die Liegefläche samt Matratze an, und der gesamte Innenraum liegt offen vor Ihnen.
Man unterscheidet vor allem drei Öffnungsarten:
- Öffnung zum Fußende: Die Liegefläche klappt am Fußende hoch. Das ist die häufigste Variante und funktioniert gut, wenn das Bett mit dem Kopfteil an der Wand steht.
- Seitliche Öffnung: Die Liegefläche klappt zur Längsseite hoch – praktisch, wenn das Fußende frei stehen muss oder das Bett in einer Nische steht.
- Geteilter Bettkasten: Bei Doppelbetten wie einem Bett 180x200 mit Bettkasten sind oft zwei getrennte Liegeflächen verbaut, die einzeln geöffnet werden. Jede Seite ist leichter und jeder Partner hat „seinen" Stauraum.
Beim Boxspringbett mit Bettkasten sitzt der Stauraum im Unterbau (Box). Hier wird meist das obere Element samt Matratze angehoben. Beim Polsterbett mit Bettkasten ist der Kasten in den gepolsterten Rahmen integriert.
Was ist ein Bett mit Schubladen?
Bei einem Bett mit Schubladen sind ein bis vier Laden in den Bettrahmen oder in einen Sockel eingebaut. Sie laufen auf Rollen oder Vollauszügen und lassen sich öffnen, ohne dass Sie Matratze oder Lattenrost bewegen müssen. Typische Anordnungen:
- Zwei Schubladen am Fußende – gut bei Betten, deren Seiten dicht an Wand oder Nachtkästchen stehen.
- Je eine oder zwei Schubladen seitlich – der Klassiker bei Einzel- und Jugendbetten an der Wand.
- Kombination aus Schubladen und Bettkasten – die Schubladen liegen vorne, dahinter befindet sich zusätzlicher Stauraum unter der Liegefläche.
Weil Schubladen einen Korpus mit Seitenwänden und Führungen benötigen, fällt ihr Gesamtvolumen kleiner aus als bei einem durchgehenden Bettkasten gleicher Größe.
Bettkasten vs. Schubladen: der direkte Vergleich
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Kriterium |
Bettkasten |
Schubladen |
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Stauraumvolumen |
Sehr hoch (fast gesamte Bettfläche) |
Mittel (je nach Anzahl und Tiefe) |
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Zugriff im Alltag |
Liegefläche muss angehoben werden |
Schnell, ohne Matratze zu bewegen |
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Platzbedarf vor dem Bett |
Gering (nur zum Hochklappen) |
Ca. 50–60 cm freie Fläche nötig |
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Ideal für |
Saisonale Textilien, Koffer, Gästebettwäsche |
Bettwäsche, Hausschuhe, Decken, Spielzeug |
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Bequem bei gemachtem Bett |
Nein, Bettzeug verrutscht beim Hochklappen |
Ja |
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Staubschutz |
Sehr gut (geschlossener Kasten) |
Gut, je nach Bauweise |
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Staubsaugen unter dem Bett |
Entfällt (kein Hohlraum) |
Entfällt bei Sockelbauweise |
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Mechanik |
Gasdruckfedern, Scharniere |
Rollen oder Führungsschienen |
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Beste Bettgrößen |
140x200 bis 200x200 |
90x200 bis 140x200 sowie Doppelbetten mit freiem Fußende |
Wie viel Stauraum bietet ein Bettkasten wirklich?
Hersteller geben das Volumen nicht immer an. Mit einer einfachen Faustformel können Sie es selbst abschätzen: Innenlänge × Innenbreite × Innenhöhe. Rechnen Sie dabei mit einigen Zentimetern weniger als die Liegefläche, weil Rahmen und Mittelsteg Platz beanspruchen.
Beispiel für ein Bett mit Bettkasten 180x200 mit etwa 25 cm nutzbarer Innenhöhe: 1,70 m × 1,90 m × 0,25 m ≈ 0,8 m³ – also rund 800 Liter. Bei 18 cm Innenhöhe sind es immer noch knapp 580 Liter. Zum Vergleich: Ein großer Reisekoffer fasst etwa 100 Liter.
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Bettgröße |
Grobe Schätzung Bettkasten (bei ca. 20–25 cm Innenhöhe) |
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90x200 |
ca. 250–400 Liter |
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120x200 |
ca. 350–550 Liter |
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140x200 |
ca. 400–650 Liter |
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160x200 |
ca. 480–750 Liter |
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180x200 |
ca. 550–800 Liter |
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200x200 |
ca. 600–900 Liter |
Die Werte sind Richtwerte auf Basis der Formel oben. Das tatsächliche Volumen hängt von Rahmenstärke, Mittelsteg und Kastenhöhe des jeweiligen Modells ab.
Der Alltagstest: Welche Lösung ist praktischer?
Szenario 1: Sie brauchen den Stauraum täglich
Hausschuhe, die Zusatzdecke für kalte Nächte, Ladekabel oder Kinderspielzeug – wenn Sie regelmäßig etwas herausnehmen, nervt ein Bettkasten schnell. Die Liegefläche muss jedes Mal angehoben werden, und wer das Bett morgens schon gemacht hat, bringt die Tuchent durcheinander. Hier sind Bettschubladen klar im Vorteil.
Szenario 2: Sie lagern saisonal
Winterdecken im Sommer, Sommerkleidung im Winter, Skiunterwäsche, Gästebettwäsche für Weihnachten: Solche Dinge holen Sie zwei- bis viermal im Jahr heraus. Der Bettkasten spielt hier seine Stärke aus – viel Volumen, gut geschützt vor Staub, und der etwas aufwendigere Zugang fällt kaum ins Gewicht.
Szenario 3: Kleines Schlafzimmer mit engem Gang
Steht Ihr Bett so, dass zwischen Bett und Kasten oder Wand nur 40–50 cm frei sind, lassen sich Schubladen kaum vollständig öffnen. Ein Bett mit Stauraum per Bettkasten ist hier die platzsparendere Wahl, weil nach oben geöffnet wird.
Szenario 4: Sie teilen das Bett
Bei Doppelbetten empfiehlt sich ein geteilter Bettkasten oder Schubladen auf beiden Seiten. So muss niemand die Liegefläche des Partners anheben, und jeder verwaltet seinen eigenen Bereich.
Die passende Lösung nach Bettgröße
Bett mit Stauraum 90x200 und 120x200
Einzelbetten stehen häufig mit einer Längsseite an der Wand – im Jugendzimmer, im Gästezimmer oder in einer kleinen Stadtwohnung. Ein Bett 90x200 mit Stauraum in Form von zwei seitlichen Schubladen ist hier meist am praktischsten: Sie erreichen alles, ohne sich über das Bett beugen zu müssen. Ein Bett 120x200 mit Stauraum bietet mehr Liegekomfort für Singles und kann mit Bettkasten bereits ein gutes Volumen für Bettzeug und Taschen schaffen.
Bett mit Stauraum 140x200
Das Bett 140x200 mit Stauraum ist die klassische Größe für Singles mit Platzbedarf oder für Paare in kleinen Schlafzimmern. Beide Varianten funktionieren: Ein Bettkasten liefert mehr Volumen, Schubladen am Fußende sind ein guter Kompromiss, wenn die Seiten eng an Nachtkästchen stehen.
Bett mit Stauraum 160x200
Beim Bett 160x200 mit Stauraum lohnt sich der Bettkasten deutlich. Die Fläche ist groß genug, dass sich die Mechanik rechnet, und die Liegefläche ist mit einer guten Gasdruckfeder noch mühelos anzuheben. Tipp: Achten Sie auf einen Mittelsteg, der das Innenfach in zwei Bereiche teilt – das hilft beim Ordnunghalten.
Bett mit Stauraum 180x200 und 200x200
Ein Bett 180x200 mit Bettkasten gehört in Österreich zu den beliebtesten Doppelbett-Größen für Paare. Bei dieser Breite und beim Bett mit Stauraum 200x200 empfehlen wir einen geteilten Bettkasten mit zwei Klappen. Eine einteilige Liegefläche mit zwei Matratzen ist schwer und unhandlich. Alternativ bieten sich Modelle mit vier Schubladen (zwei je Seite) an, wenn beide Bettseiten frei zugänglich sind.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Gasdruckfedern und Matratzengewicht
Die Gasdruckfedern müssen zum Gewicht Ihrer Matratze passen. Eine schwere Kaltschaum- oder Taschenfederkernmatratze mit Topper kann deutlich mehr wiegen als eine leichte Schaummatratze. Sind die Federn zu schwach, lässt sich die Liegefläche schwer anheben oder bleibt nicht oben stehen. Sind sie zu stark, schnellt der Lattenrost nach oben. Fragen Sie im Fachhandel nach der Tragkraft der Federn und nennen Sie das Gewicht Ihrer Matratze.
Belüftung der Matratze
Ein Mensch gibt pro Nacht Feuchtigkeit ab, die über die Matratze nach unten entweichen muss. Bei einem Bettkasten ist der Lattenrost direkt über einem geschlossenen Raum. Achten Sie daher auf:
- einen Lattenrost mit ausreichend Abstand zwischen den Leisten,
- Belüftungsöffnungen im Bettkasten oder im Rahmen,
- regelmäßiges Lüften: Klappen Sie die Liegefläche einmal pro Woche für ein paar Minuten hoch.
Materialien und Verarbeitung
Prüfen Sie Boden und Innenseiten des Kastens. Ein stabiler Boden verhindert Durchhängen bei schweren Inhalten. Bei Schubladen sind Vollauszüge und leichtgängige Rollen mit Filz- oder Gummibelag ein Qualitätsmerkmal – sie schonen Parkett und Fliesen. Soft-Close-Funktionen verhindern lautes Zufallen.
Einstiegshöhe
Betten mit Bettkasten oder Schubladen haben oft eine etwas höhere Liegefläche. Eine Einstiegshöhe von etwa 45–55 cm empfinden viele Erwachsene als bequem, ältere Menschen bevorzugen oft 50–60 cm. Das ist auch bei der Wahl des passenden Nachtkästchens wichtig.
Checkliste vor dem Kauf
- Messen Sie den freien Platz vor und neben dem Bett (für Schubladen mindestens 50–60 cm).
- Überlegen Sie, was Sie lagern möchten und wie oft Sie darauf zugreifen.
- Prüfen Sie, von welcher Seite der Bettkasten öffnet und ob das zu Ihrer Raumsituation passt.
- Klären Sie die Tragkraft der Gasdruckfedern im Verhältnis zu Ihrer Matratze.
- Achten Sie auf Belüftungsöffnungen und einen geeigneten Lattenrost.
- Messen Sie bei Altbauwohnungen Türbreiten und Stiegenhaus – große Betten werden meist zerlegt geliefert, der Kasten sollte aber durch die Tür passen.
